Emo-Beau
Dashboard Confessional – Alter The Ending
Chris Carrabba ist zurück. Zurück in jugendlichen Stereoanlagen, auf Konzert-Bühnen und vermutlich auch bald wieder in der einen oder anderen amerikanischen TV-Serie.
Denn Chris Carrabba ist Kopf der amerikanischen Post-End-Emo-Indieband Dashboard Confessional. Mit dabei sein neuestes Werk Alter The Ending. Darauf zwölf Songs und noch ein mal halb so viele Akustikversionen selbiger.
Chris Carrabba also, der Mann, der Musikliebhaber spaltet. Währen die einen ihn als “Emo-Beau” erster Güte feiern, beschuldigen ihn die anderen eben jene Musik getötet zu haben.
Und wie immer sind auch die Songs auf Alter The Ending stets so einfach wie effektiv aufgebaut: sanfte, einfühlsame Stimme, die hier und da ebenso sanft schreien darf, gefühlvoller Text, Gitarrenbegleitung und dann der imposante, mitgröhlgefällige Break und Refrain. Wie eine einfache, mathematische Gleichung.
So kann man sich z.B. bei “Even Now” bereits bildlich die Mädchen in dunklen Bandshirts, Eyeliner und ausgetragenen Chucks sich im Takt wiegend und jede Zeile nahe am Tränenausbruch mitsingend vorstellen: “Even now, I can smell your skin, as I wrap you in a towel, lay you on the bed and try to love you”. Gemeinsam mit den streng gescheitelten, schwarzhaarigen Jungen sieht man sie vermutlich daraufhin bei “The Motions” oder “I Know About You” gemeinsam fröhlich um die Wette hüpfen.
Natürlich ist das eine stark überzeichnete Vorstellung, doch leider erscheinen die Songs genau so konzipiert zu sein und schnell lassen sich Authentizität und Berechnung in Verbindung bringen. Zu einfach scheint die Rechnung; die Songstruktur, die Song für Song gleich klingt und kaum merkliche Höhen oder gar Tiefen mit sich bringt.
Aber vielleicht tut man Chris Carrabba und seinem Dashboard Confessional damit auch Unrecht. Nach zehn Jahren Bandbestehen muss ja etwas dran sein am College-Emo/Alternative-Indie-Pop der Bande, der so viele Anhänger findet.
Seine Fans werden wie immer Alter The Ending lieben, wochenlang in der Anlage rotieren lassen und stolz das Band-Shirt zum nächsten Konzert tragen. Solche, die es noch nie waren, werden wieder ihre Reibepunkte finden, die Gleichförmigkeit und Spannungslosigkeit bedauern oder Dashboard Confessional nun endgültig links liegen lassen.
Aber überzeugt euch selbst: das komplette Album kann man nämlich in Gänze streamen. Zum Beispiel hier:
Vivien Mierzkalla


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