Museum des Jahres 2009
Hohe Ehre für das Museum Morsbroich
Erst kürzlich haben wir hier bei zoolamar auf das ausgezeichnete Ausstellungsprogramm des Leverkusener Museum Morsbroich hingewiesen, schon wird unser Plädoyer für diesen besonderen Ort der schönen Künste durch den Internationalen Kunstkritikerverband (AICA) bestätigt. Auf der Mitgliedersammlung der Sektion Deutschland hat der AICA das Museum Morsbroich zum „Museum des Jahres 2009″ gewählt.
Eine höchst verdiente Ehrung, wie wir bei finden und die von der Jury folgendermaßen begründet wurde: ”Am Beispiel zweier erst jüngst realisierter Ausstellungen, an dem der „Übermalten Fotografien” von Gerhard Richter und an „Projects:Done”, einer umfangreichen Werkschau mit den Fotografien von Candida Höfer, lässt sich das bemerkenswert hohe Niveau der Ausstellungstätigkeit in Leverkusen ablesen. Vorbildlich, bei aller Heterogenität des Angebots, wurde eine Brücke geschlagen zwischen der eigenen Sammlung und dem Ausstellungsprogramm, somit das Publikum sorgsam herangeführt an die jeweils aktuellsten Kunstströmungen wie das Informel, das Happening und die Décollagen, die moderne Plastik oder die neue Fotografie.”
An diese Würdigung schließt sich gleich unsere konkrete Empfehlung für die aktuellen Ausstellungen an, die am vergangenen Sonntag eröffnet wurden. Seit dem 7. März bis zum 15. August 2010 zeigt die Grafiketage im Museum Morsbroich den Werkzyklus „Wie ein Totentanz” des bedeutenden österreichischen Künstlers Alfred Hrdlicka, der im vergangenen Dezember im Alter von 81 Jahren verstarb. Kurator der Ausstellung ist Fritz Emslander, Leiter der Grafischen Sammlung.
Zu entdecken ist hier die Verbindung von künstlerischer Inspiration und handwerklicher Präzision, die in einer großen Bandbreite an druckgrafischen Techniken Ausdruck findet. Im Wechsel von Ätzungen auf Zink, Kaltnadel-Radierungen, Schabblättern, Aquatinta und Mezzotinto auf Kupfer stellt Hrdlicka im Verlauf der 53 Episoden Korrespondenzen her und setzt virtuos Akzente. Kommentare des Wiener Künstlers zu den einzelnen Blättern sind im Begleitheft zur Ausstellung abgedruckt und führen Ausstellungsbesucher durch ebenso dunkle wie dramatische Kapitel der deutschen Geschichte.
Bis zum 9. Mai 2010 im Museum Morsbroich zu sehen ist außerdem die Ausstellung „Ein Tag” – eine umfassende Werkschau des 1967 in Stuttgart geborenen und in Berlin lebenden Künstlers Albrecht Schäfer. Unter den Exponaten auch einige neue, explizit für den Ort konzipierte Werke, womit Schäfer der Anregung folgt, die besonderen architektonischen Gegebenheiten des Museum Morsbroich zu reflektieren, für dessen Architektur eines neobarocken Wasserschlosses Licht und Bewegung wesentliche Elemente darstellen.
Mit unterschiedlichen Medien – wie Installation, Skulptur, Video, Frottagen und Collagen sowie Zeitungsausschnitten – schafft der Künstler immer wieder Arbeiten zum Thema Tageslicht, Kunstlicht, Lampen, Schatten. Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit spielen hierbei eine zentrale Rolle.
Öffnungszeiten des Museum:
Dienstag 11 bis 21 Uhr
Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
Weitere Informationen unter www.museum-morsbroich.de


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