Musik - 06.03.10 -

Thieves In Your Record Player

Hot Chip – One Life Stand

Mit einem stumpfen Bass geht es los, ein Klickern wechselt vom linken auf das rechte Ohr, kommt immer näher und plötzlich beginnt Alexis Taylor mit seiner mittlerweile unverkennbaren Stimme zu singen: „My friend once told me something so right, he said to be careful of thieves in the night“.

Da sind sie also wieder, Hot Chip, die fünf Londoner Mates, die tatsächlich ein wenig diebiesch unterwegs sind. Diebisch, weil sie einen immer wieder um den Schlaf bringen, wenn der DJ im Club kurz vor Ende dann doch noch einen ihrer nunmehr unzähligen Überhits auspackt und man das Vorhaben nach Hause zu gehen gezwungener Maßen über Bord werfen muss.

Und das ist auch wo One Life Stand ohne jede Frage hingehört: in den Club. Und dort lässt es sich noch besser als bereits bei den drei vorangegangenen Alben von Sekunde 00:00 bis „Take It In“ am Stück durchtanzen.

Und so stibitzen Alexis Taylor, Joe Goddard, Owen Clarke, Felix Martin und Al Doyle in bester Nerd-Manier einmal quer in der Musiklandschaft. Ob konkret bei Visage und „Fade To Grey“ für ihren Opener „Thieves In The Night“ oder generell bei klassischer Instrumentierung für „Hand Me Down Your Love“, gar Eurodance wie bei „I Feel Better“, der trotzdem nicht ins Kitschige abrutscht und immer wieder 80`s und 90`s.

Auch wenn Elektro-, Techno- oder House-Einschübe nicht jedermanns Sache sind, was One Life Stand so unbezwingbar charmant macht ist, dass stets auf einer einfachen Popmelodie aufgebaut wird.

Ok, bei „Slush“ muss man beim Hot Chip`schen One Life Stand schließlich doch ein Mal die Tanzfläche verlassen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm – da kann man wenigstens mal schnell zur Bar oder Toilette gehen. Denn das muss man bei einer langen, durchtanzten Nacht früher oder später ja auch mal.

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Vivien Mierzkalla