Gehört
Erik Penny – Bend
Erik Penny ist zugezogener Berliner. Damit gehört er zu den geschätzten 90 Prozent der in Berlin lebenden Menschen. Aber das wäre weniger spannend, hätte Erik Penny nicht extra den Weg über den großen Teich auf sich genommen und dabei noch seine Gitarre mitgebracht.
Nach bereits vier Veröffentlichungen seit 2005 erscheint das erste Album des Singer/Songwriters seit dem Umzug in die deutsche Hauptstadt.
Und für Bend hat sich Erik Penny gleich die Bekanntschaften aus der neuen Heimat wie zum Beispiel Mocky (Feist, Jamie Lidell, Gonzales), Simon Frontzek (Tomte) oder die Die Happy Cellistin Frederique Labbow ins Studio geholt.
Herausgekommen sind zwölf Songs zwischen Pop, Singer/Songwriter und leider auch Supermarkt-Beschallung. Denn der der Grad zwischen „eingängig“ und „vorhersehbar“ ist ein recht schmaler.
Natürlich sind die Lieder auf Bend eingängig – nach einer viertel Minute kann man mitsummen, nach einer halben mitsingen. Aber leider fehlen mancherorts die Überraschungen, Ecken und Kanten. So ist zum Beispiel bei „Fear Of Flying“ die Gitarre im Refrain so glatt produziert, dass sie kaum noch zu hören ist.
Und wo das bei anderen Platten mit der Eingängigkeit vielleicht funktioniert, plätschert Erik Pennys Album ein bisschen vor sich her, vorbei an „Dreaming Of You“ oder „Hannover“, bis dann doch eine einsame Perle auftaucht.
„Cherry“ tritt mit seinen sachten Klavier- und Gitarrenklängen positiv aus der Reihe der seichten Nümmerchen und erinnert mit den halb gehauchten Lyrics sogar entfernt an Calexico.
Bend von Erik Penny ist gewiss ein solides Pop-Album. Allerdings gibt es für den vermutlich auch in Zukunft zu erwartenden Output einen Wunsch: mehr „Cherry“, bitte!
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Vivien Mierzkalla


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