Jimi 4ever
Mit Neptun im Bunde – Hendrix Juwel aus dem Nachlass
Der 5. März 2010 wird ohne Zweifel ein Festtag für alle Fans von Jimi Hendrix. Denn fast 40 Jahre nach dem frühen Tod des Gitarrengottes veröffentlicht Sony mit „Valleys Of Neptune” ein kostbares Fundstück aus dem Nachlass der Rocklegende. Die dem Archiv entnommenen Aufnahmen entstanden zwischen dem Hendrix-Meisterwerk „Electric Ladyland” aus dem Jahr 1968 und dem unvollendetem Album „First Rays Of The New Rising Sun” von 1970.
12 Tracks und eine runde Stunde lang kann man sich noch einmal vergewissern und bewundern, welch exzellente und zutiefst beseelte Gitarrenarbeit dieser junge Mann aus Seattle pflegte, ob im stürmisch drängenden Rockstil oder tief verwurzelt im Blues. „Valleys Of Neptune” bildet diese ganze Bandbreite ab, die einem noch einmal schmerzlich bewusst macht, dass die Rockwelt 1970 mit Jimi Hendrix eine der absoluten Ausnahmeerscheinungen verloren hat – einen Virtuosen auf dem sechssaitigen Instrument.
Erst Recht, wenn man bedenkt, dass der mit 27 Jahren verstorbene Hendrix erst im Alter von 15 das Gitarrenspiel erlernte, dem er auf unvergleichlich innovative und experimentelle Weise neue Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten erschloss. Bis heute ist und bleibt sein Gitarrensound einzigartig und unverwechselbar.
Doch bei aller sich wieder einstellenden Trauer über den Verlust des glorreichen Gitarristen und Sängers sollte auch Freude herrschen darüber, dass dieses Genie Spuren für die Ewigkeit hinterlassen hat wie eben diese nun sorgsam aufbereiteten Tonspuren, die zwischen Februar und Mai 1969 im Record Plant von New York und in den Londoner Olympic Studios entstanden.
Und so ist „Valleys Of Neptune” eine erlesene Sammlung, die eine Songperle nach der anderen auf die Albumkette reiht, darunter das beherzte Cover des Cream-Klassikers „Sunshine Of Your Love” und eine Version von Elmore James „Bleeding Heart.”
Ankerpunkte aber sind die Hendrix-Kompositionen, zu denen zum einen neue Arrangements von „Red House”, „Fire” und „Stone Free” zählen, zum anderen dann die grandiosen Neuentdeckungen wie der unmittelbar ins Ohr gehende Titelsong, der in seiner Melodiestruktur ein wenig an Hendrix wunderbares Bob Dylan Cover „All Along The Watchtower” erinnert.
Mit dem schleppenden, Blues schwitzenden “Hear My Train A Comin”, dem fingerfertigen „Lover Man,” dem psychedelischen „Ships Passing Through The Night”, dem sonnigen Rocker „Lullaby For The Summer” und schließlich dem wunderbaren Blues „Crying Blue Rain” ist dieses von Jimis langjährigem
Toningenieur Eddie Kramer neu abgemischte und vom damaligen Produzenten John McDermott mit Linernotes versehene Album eine kleine Sensation.
Wer es jetzt partout nicht abwarten kann, in den Hörgenuss dieses Kultobjektes zu gelangen, der kann das Album bei Amazon bereits downloaden. Für alle Geduldigen empfehle ich das Vorbestellen des Werks bei itunes für faire 9,99 Euro inklusive zweier Bonus Tracks. Und den Vinyl-Junkies muss ich hier eh keinen Tipp geben, die gehen zum lokalen Hendrix-Dealer ihres Vertrauens.
Ach ja und wie stets im Zusammenhang mit Hendrix, verweise ich alle Hendrix-Fetischisten gerne auf das prächtige Doppelalbum „Electric Chubbyland” von New Yorks großem Bluesrocker Popa Chubby, dem damit eine sehr gelungene Hommage an den unsterblichen Jimi gelungen ist.
www.jimihendrix.com




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