Kult - 20.02.10 -

Museum Morsbroich 2010

Klasse Kunst in Leverkusen

Für Kunstfreunde ist das Einzugsgebiet Düsseldorf-Köln ein echtes Paradies an Attraktivitäten. Seien es das Museum Kunstpalast oder die in Kürze erweiterte Kunstsammlung NRW in der Landeshauptstadt, die Museumsinsel Hombroich samt Langen Foundation in Neuss oder das weltberühmte Museum Ludwig in der Domstadt.

Ein echter Geheimtipp aber ist das Museum Morsbroich in Leverkusen, das regelmäßig mit exzellenten Ausstellungen zu erfreuen versteht und insbesondere auch mit seiner Grafischen Sammlung begeistert, die zu den größten und feinsten des ganzen Landes gehört. Gerade von Frühjahr bis Herbst ist das Schlossgelände mit seinem schönen kleinen Park öfter mal einen inspirierenden Ausflug wert.

In diesem Jahr stehen im schönen Ambiente des im Schloss Morsbroich beheimateten Museums wieder einige höchst interessante Ausstellungen an, die Liebhabern moderner Kunst unbedingt einen Ausflug nach Leverkusen wert sein sollten.

Zwei wirkliche Highlights seien hier schon einmal angekündigt und nachhaltig empfohlen:

Vom 7. März an würdigt besagte Grafische Sammlung des Museums den großen Wiener Bildhauer Alfred Hrdlicka, der Ende 2009 verstarb, mit der Ausstellung „Wie ein Totentanz.” In diesem eindringlichen Grafik-Zyklus aus dem Jahr 1974 setzte sich der bedeutende und gesellschaftskritische österreichische Künstler intensiv mit dem Wesen und den Folgen der Gewalt, insbesondere auch der diktatorischen auseinander. Man kann in Leverkusen einen Meister in seiner ganzen virtuosen Bandbreite an druckgrafischen Techniken entdecken.

Ab 6. Juni 2010 werden unter dem Titel „Das Theater ist auf der Straße” die Weg weisenden Happenings von Wolf Vostell in einer großen Überblicksschau dokumentiert. Mit diesen legendären Inszenierungen mitten im Leben gelangen dem berühmten Leverkusener Sohn echte Pionier-Kunststücke, mit denen er das Bürgertum aufzuschrecken und zudem ein Netzwerk von Künstlerkollegen weltweit aufzubauen verstand.

Die Ausstellung wird mit zahlreichen Skizzen und Partituren, Manifesten, Foto-, Film- und Tondokumenten die ungeheure kommunikative Kraft des Vostell´schen Schaffens belegen und den Provocateur als Ingenieur der Fluxus-Bewegung und als Regisseur heftiger öffentlicher Diskussionen über Kunst und ihrer Bedeutung als gesellschaftliches Lebenselixier ins Gedächtnis rufen.

zoolamar wird die interessanten Ausstellungen das ganze Jahr über begleiten und kommentieren.

Alle Termine:

07.03. – 09.05. 2010 Albrecht Schäfer. Ein Tag

07.03. – 15.08. 2010 Alfred Hrdlicka. Wie ein Totentanz

Juni 2010 Jeppe Hein. Space in Action, Action in Space (Wasserspiel in der Auffahrt von Schloss Morsbroich zur Einweihung der neuen Brunnenanlage)

06.06. – 15.08. 2010 Wolf Vostell. Das Theater ist auf der Straße

05.09. – 07.11. 2011 Bernard Frize

Oktober 2010 bis Februar 2011 Simon Halfmeyer

28.11.2010 – Februar 2011 Das neue Rheinland. Die postironische Generation

Weitere Informationen unter www.museum.morsbroich.de



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