Politik - 17.02.10 -

No future again?

Jugend-und-Familien-Werden-Arm-Alarm!

Das klingt so gar nicht nach spätrömischer Dekadenz, was uns da eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) an aktuellen Zahlen zur Einkommensverteilung in Deutschland präsentiert. Viel eher klingt das nach globaler wirtschaftsliberaler Gier- und Ausbeuter-Konsequenz, bei der insbesondere junge Erwachsene und Familien die Auswirkungen der Verfehlungen aus der Leistungsträger-Versager-Klasse am deutlichsten zu spüren bekommen.

Laut einer neuen DIW-Erhebung lebten 2008 mehr als elf Millionen Deutsche unter der Armutsschwelle – rund ein Drittel mehr als vor zehn Jahren. 14% der Gesamtbevölkerung sind somit von Armut betroffen, in der Gruppe der 19- bis 25jährigen ist es bereits jeder Vierte.

Hauptursachen sind laut der DIW-Erkenntnisse, deren sozio-ökonomische Grundlage eine seit 25 Jahren laufende Langzeitbefragung von mehr als 10.000 privaten Haushalten ist, zum einen der verzögerte Einstieg ins Berufsleben durch Dauer der Ausbildung und die Zunahme an Hochschulabsolventen. Zum anderen die Tatsache, dass viele Berufsanfänger durch schlecht bezahlte Praktika und den Einstieg über so genannte prekäre Arbeitsverhältnisse keine besonders rosigen wirtschaftlichen Startchancen ins Berufsleben haben. Ins Gewicht fällt auch, das viele Jugendliche das Elternhaus früher verlassen.

Allein-Erzieher vs. Dekadenz-Prominenz

Ein besonders hohes Armutsrisiko tragen bekanntermaßen auch größere Familien, was die aktuellen Zahlen leider stützen. Familien mit drei Kindern sind zu knapp 22 % von Armut bedroht, ab vier Kindern sogar zu 36 %. Und Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern sind zu 40% der Armutsgefahr ausgesetzt.

Im wahrsten Sinne ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, insbesondere für die Protagonisten aus den Chefetagen von Politik und Wirtschaft, denen üppigste Pensionsausstattungen, Bonuszahlungen und Bankenrettungskredite werthaltiger sind als das Wohl der Mitmenschen. Da fragt man sich, und da sollte sich vor allem eine ganz bestimmte Lautsprecher-Gruppe des Landes doch mal fragen, wer die Dekadenz-Prominenz in diesem Staat ist.



Kommentar schreiben