Heligoland
Massive Attack´s große Rückkehr
Wer hätte das gedacht, dass nach dem grandiosen 2008er Comeback von Portishead mit dem verstörenden wie betörenden Album „Third” auch die zweite Bristol Musikinstitution Massive Attack mit voller Soundmagie zurückkehrt ins Kultband-Rampenlicht.
Lagen bei Portishead sogar ganze 11 Jahre zwischen den letzten beiden Alben, so zählen wir bei Massive Attack immerhin nur 7 Jahre Abwesenheit aus dem Studio. Und wie im ersten Fall hat sich das lange Warten dann doch gelohnt, denn aus dem neuen Opus „Heligoland” atmet wieder die alte Soundmagie, die man an Massive Attack seit Beginn der 90er Jahre so schätzt.
Die Band aus dem englischen Südwesten setzt da an, wo sie mit ihrem formidablen Album-Triumvirat aus „Blue Lines,” „Protection” und „Mezzanine” ihre großen Spuren im Trip Hop hinterlassen hat, auch wenn den Masterminds diese Genre-Festlegung doch zu einschränkend ist.
Zu Recht, denn die gewaltigen Musikmassive und Soundlandschaften des Klang-Kollektivs passen ebenso wenig wie die von Portishead in eine kleine ordnende Schublade. Freiheit und Grenzenlosigkeit sind die Ketten sprengenden Motive dieser Musik gewordenen Magie mit viel Melancholie.
Robert Del Naja und Grant Marshall haben sich für ihre Vorstellung von perfekten Soundwelten wie gewohnt mit künstlerischen Koryphäen umgeben, die zum Gelingen des Gesamtwerkes wesentlich beitragen.
Die illustre Gästeliste reicht von Horace Andy, Tunde Adebimpe, Martina Topley Bird über Guy Garvey, Adrian Utley, Dan Brown und Stuart Gordon bis hin zu Tim Goldworthy, Hope Sandoval und dem Pop-Tausendsassa Damon Albarn, der uns als Kopf von Blur ebenso begeistert wie als Strippenzieher hinter den Gorillaz und The Good, The Bad and The Queen.
Und diesem Staraufgebot gelingt im Namen der Attack-Väter Del Naja und Marshall ein Werk, das nicht nur Ton für Ton geheimnisvolle Faszination ist, sondern auch durch starke visuelle Aspekte wie im an Metropolis erinnernden Video „Splitting The Atom” eine magnetische Sogkraft entfaltet, der man sich kaum entziehen kann.
Und so strahlt und funkelt „Heligoland” 53 Minuten lang als dunkler Diamant am Firmament, an dem es nichts, aber auch gar nichts zu bemängeln gibt. Außer, dass das Album gerne doppelt so lang hätte sein können.
Zum Glück gibt es aber sowohl bei Amazon als auch bei itunes Special Editions des Albums, die mit reichlich Bonus Songs und Remixes aufwarten. Allesamt ebenso hörenswert wie die Basisstation dieses Electronica-Raumschiffes aus schwebenden Sounds und Rhythm Patterns namens “Heligoland.”
Soundtracks von einem fernen Planeten.
Beam Me Up Scotty!
http://massiveattack.com/


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