Musik - 31.01.10 -

Highlight für Headbanger

The Flare-Up! rocken und rollen mit Verve

Skandinavier sind immer für eine Überraschung gut in der Musikszene, ganz gleich in welchem Genre. Aktuell ist es eine junge Indierockband, die so frisch, fröhlich, frei und völlig unverkrampft aufspielt, dass man den Glauben an den guten alten Rock and Roll wiedergewinnt.

The Flare-Up! heißt die Band und „Whip’Em Hard, Whip’Em Good” ihr feines unterhaltsames Album, das einem wahrlich kleine angenehme Schläge versetzt mit seiner gelungen Mischung aus 60ties und 70ties Anleihen gepaart mit der Rohheit von den White Stripes.

Klingt also wie frei nach dem Ian Dury-Klassiker „Hit Me With Your Rhythm Stick”, allerdings durch die Zentrifuge des 21. Jahrhunderts geschleudert.

Offenbar haben die Schweden einen kräftigen Schluck aus der Pulle mit dem Etikett „The Golden Age of Rock and Roll” genommen und so rauschen in dieser Flut fetzenweise Deja Vu´s am Ohr vorbei. Von den als Vorbilder genannten Kiss und The Who über Mott The Hoople und Slade bis hin zu Bowie Glam-Großtaten „The Jean Genie” und „Rebel Rebel.” Sogar die J. Geils Band klimpert zwischendurch mal kurz rein.

Jedenfalls gibt es hier eine Menge zu entdecken inklusive kleiner gemeiner schneidender Gitarrensoli wie man sie aus den guten alten Zeiten der 3-Minuten-Rock-Songs kennt.

Das ist dann summa summarum ein fröhliches Fest für Headbanger und Luftgitarrenhelden – beherzter Rock auf der Überholspur. Die fünf Jungs aus Stockholm treten das Gaspedal voll durch als gäbe es kein Tempolimit. Vom balladesken Ausflug des Titelsongs mal abgesehen, bei dem die Schweden auch das euphorische Pathos beherrschen.

Besonders angenehm aufgefallen sind mir auf diesem Debütalbum die satten, vollfetten Basslinien, die sich immer mal wieder als hohe Dünen in die hart vorbeirollenden Gitarren-Wellen werfen. Und obwohl irgendwie Retro, überhaupt nicht gestrig. Einfach schön geradlinig und schmutzig, wie man sich manchmal den guten alten Rock and Roll wünscht.

Insgesamt also eine höchst energetische Angelegenheit, bei der die Füße mächtig zappeln und Kopf und Hintern heftig wackeln.

Als Cock-Rock wird die Musik charakterisiert, die The Flare-Up! spielen. Stimmt, das hier hat Eier und vibriert nachhaltig im Beckenboden! Also: SEXY!

Im Februar präsentieren die Schweden Ihr Album auf einer ausgedehnten Deutschland-Tour. Die Termine findet Ihr hier.

Musikalische Hörproben gibt’s auf der MySpace Seite von The Flare-Up!



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