Folk-Fest für die Ohren 1: Laura Veirs „July Flame”
Dieser Winter hat es in sich – nicht nur wettermäßig, sondern auch musikalisch. Ganz weit vorne mit seinen Veröffentlichungen ist dabei das Label Cooperative Music, dem bei dieser Gelegenheit ganz großes Lob gezollt sei.
Das grandiose neue Eels-Album „End times” hat hier schon den verdienten Überschwang erfahren, nun drehen sich zwei weitere aktuelle Alben aus dem wohlfeilen Hause in Dauerrotation auf dem Player des Ohrtrommlers: „July Flame” von Laura Veirs sowie „The Courage Of Others” von Midlake, das in Kürze hier ebenfalls besprochen, ach was, gefeiert wird.
Aber Ladies first.
Laura Veirs ist eine Circe aus der Grunge-Metropole Seattle, die auf ihrem neuen Album eine ungeheure musikalische Bandbreite demonstriert und zelebriert. Das reicht vom kargen, zarten Folk über den großartigen, groovig rockenden Titeltrack bis hin zum bezaubernden, anrührenden „Little Deschutes,” das mich an das Melancholie-Meisterwerk „White Chalk” von PJ Harvey erinnert.
Aber Traurigkeit hat auf „July Flame” nur selten Platz. Überall scheint Sonne durch dieses Album, das sich dem Sommer verpflichtet fühlt. Der Titelsong, die countryselige Schönheit „Sun Is King” und das muntere, mit swingenden Bläsern versetzte „Summer is Champion” erweisen der Jahreszeit wohlklingende Reverenz.
Hinreißend das sanfte „Where are You Driving?” mit Streichern und männlicher Zweitstimme, der nicht minder beglückende „Silo Song” und das herzwarm strahlende „When you give your heart,” in das man sich gleich unwiderstehlich verliebt.
„Sleeper In The Valley” träumt sich mit Streichern und Gong über eine im Licht flirrende Landschaft hinweg wie eine Libelle. „Wide-Eyed, Legless” klingt wie eine flotte Version vom Donovan-Lagerfeuer-Klassiker „Donna Donna.”
Eine Dame namens „Carol Kaye” wird mit akustischen Gitarrenzupfern, hymnischen Dopplungen von Laura Veirs Stimme und wiederum einfühlsamen Bläsern und Streichern umgarnt.
Dem finalen „Make Something Good” kann man dann stellvertretend für das komplette Album dann nur bestätigen, dass Laura Veirs alles gut und richtig gemacht hat. Wohl gewählt, diese schöne Ballade, zum Abschluss dieses runden Albums, das die 2010er-Messlatte für die Kolleginnen gleich zu Beginn des Jahres verdammt hoch legt.
Wer sich zwischen den musikalischen Welten von Rose Kemp, PJ Harvey, Alela Diane, Marissa Nadler und der frühen Suzanne Vega wohlt fühlt, wird hier reich beschenkt von einer Songwriterin, die sich auf dem bisherigen Zenit ihres bereits eindrucksvollen Schaffens zeigt und damit endgültig all meine Sympathie und Empathie gewonnen hat.
Famos!
www.lauraveirs.com


Feines Folkalbum
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