Gute alte Bekannte, von denen man gerne Neues hört: Massive Attack
„Heligoland” klingt fast wie ein norddeutscher Inselversprecher, ist in Wirklichkeit aber der Titel des neuen Albums von Massive Attack, der ersten offiziellen Studio-Veröffentlichung der britischen Trip-Hop-Kult-Band seit 7!!! langen Jahren.
Aber das Warten hat sich gelohnt. Denn Massive Attack erlebt man auf dem neuen Werk auf der Höhe ihrer musikalischen Großtaten „Blue Lines,” „Protection” und „Mezzanine,” die den Ruhm der Bristol-Band dank vieler klanglicher Burner begründen und sie neben Portishead als die inspirativen Masterminds des Genres auszeichnen.
Nach wie vor hat der komplexe, elektronisch-mechanische Soundsoul etwas Düsteres, manchmal Gespenstisches und mit seiner exzentrischen Trip-Hop-Mischung aus Monotonie, Melancholie und Melodie etwas Soghaftes, dem man sich nur schwer entziehen kann. Eine der legalen Sounddrogen unserer Zeit, die ich unbedingt empfehlen möchte.
Die Rückkehr der Trip-Hopper aus Bristol ist vielleicht nicht ganz so gewaltig wie das Wahnsinns-Comeback der Genre- und Stadtnachbarn Portishead mit „Third,” aber als deutliches und unüberhörbares Lebenszeichen der Band ist „Heligoland” von beachtlicher Stärke und beeindruckendem Niveau.
Musik auf jeden Fall, die auch 20 Jahre nach dem ursprünglichen Erweckungserlebnis den Nerv trifft und die Sound-Synapsen entzündet. In diesem originären Stil darf es jetzt auch gerne mal ohne längere Abstinenz weitergehen.
Bei itunes gibt es das neue Album als Pre-Order-Version mit sechs sehr hörenswerten Bonus-Tracks in Form von Remixes, die nachhaltig ins Ohr gehen, mitunter sogar heftig ins Tanzbein und die den durchweg positiven Gesamteindruck noch verstärken. Für Fans unverzichtbar.
Welcome back Massive Attack!



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