Die Gunst der Gainsbourg-Gene: Charlotte betört uns musikalisch
2009 war ganz klar das Jahr von Charlotte Gainsbourg. Nachdem sie im verstörendem, an die Grenzen gehenden Psychothriller “Antichrist” des dänischen Kultregisseurs Lars von Trier eine ausgezeichnete schauspielerische Leistung (Darstellerpreis bei den Filmfestspielen in Cannes!) an der Seite des wie stets famosen Willem Dafoe bot, überrascht sie uns jetzt auch musikalisch wieder mit einem beachtlichen Werk.
“Irm,” das sie mit Hilfe des soundverliebten Beck Hansen einspielte, ist ein sehr empfehlenswertes Album, das weit mehr moderner Pop als klassisches Chanson ist. Zur Hälfte in ihrer Muttersprache, zur Hälfte in Englisch gesungen bietet Gainsbourgh hier über 13 Songs eine makellose Leistung.
Die multitalentierte, in London geborene Künstlerin liefert damit neben dem liebenswerten Debüt von Berry mit “Mademoiselle” und der hingebungsvollen Edith Piaf Hommage “Sand Fusils, Ni Souliers, A Paris” von US-Singwriterin Martha Wainwright (Achtung, der Dezemberausgabe des Musikmagazins Rolling Stone liegt eine DVD dieses Projektes bei) das interessanteste Produkt in diesem zu Ende gehenden Jahr für alle Frankophilen ab.
Bereits das Vorgänger-Album “5.55,” das einem die Blaue Stunde musikalisch versüßte, war eine bemerkenswert untypische Chanson-Platte, die von Charlotte´s starkem Charakter und ihrem zerbrechlichem Sprechgesang geprägt war.
Die Gainsbourgh ist mit reichlich guten künstlerischen Genen gesegnet ist, die sie ihren Eltern Jane Birkin und Serge Gainsbourg verdankt, die kreativ weit mehr als den unschlagbar sinnlichen Erotik-Evergreen “Je t´aime moi non plus” drauf hatten.
Die dünne, aber dennoch betörend lolitahaft-sinnlich-Stimme und ihr Schauspieltalent hat Charlotte offenbar mit ihrer Mutter gemein und die Songwriting-Fähigkeiten hat sie ebenso unverkennbar von Vater Serge geerbt, der einer der ganz großen Chanson-Schreiber Frankreichs war.
Ein wunderschöner Bildband über Serge Gainsbourg, der jüngst im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen ist, dokumentiert fotografisch das Leben dieser französischen Künstlerfamilie. Mehr dazu in Kürze auf zoolamar.
Hörproben von “Irm” und mehr findet Ihr hier:
www.charlottegainsbourg.com


Feines Folkalbum
Video des Tages
Neues Album der Punk-Pop-Pioniere
















