Kino fürs Herz – Tina Dicos wohltuender Soundtrack
Tina Dico hat es schon wieder getan. Die dänische Songwriterin hat innerhalb nur eines Jahres nach dem großartigen 3 EP-Album “A Beginning, A Detour, An Open Ending” erneut eine fabelhafte Platte gemacht, die ihr außerordentliches Talent unter Beweis stellt und den Hörer mit wunderschönen Melodien beglückt.
Zu verdanken ist das neue Opus “The Road To Gävle” dem Umstand, dass Tina Dico die ursprünglich als reine Soundtrack-Musik zum dänischen Spielfilm “Oldboys” gedachten Kompositionen zu gut fand, um sie rein instrumental zu belassen. Also begann sie im Nachhinein für die Mehrzahl der Tracks Texte zu schreiben und richtige Lieder daraus zu machen.
Ein Glück für uns Fans, denn abermals sind ihr ein paar nachhaltig wirkende Songs gelungen. Gleich zu Beginn beschenkt sie uns in “Long Way Home” und “Goldhawk Road” mit Gesangslinien, bei denen sich Tina Dico und Kollege Helgi Jonsson abwechselnd einander zuschmeicheln. Wohltuende Harmonie.
Neben dem isländischen Multi-Instrumentalisten, der auch für die feinfühligen Streicher-Arrangements verantwortlich zeichnet und der in diesem Jahr bereits selbst mit “For The Rest Of My Childhood” eines der schönsten Songwriter-Alben des Jahres abgeliefert hat, wird die Dänin von Langzeit-Buddy Dennis Ahlgren unterstützt.
Weitere Höhepunkte des Albums sind “In Love And War,” mit perfekt eingestreuten Posaunenphrasen von Helgi Jonsson, das nachdenklich “All I See” mit dem wunderbar arrangiertem Refrain sowie das getragene, schwärmerisch erhabene “Swedish Skies”, bei dem sich der Isländer mit seiner Zweitstimme ein weiteres Mal als kongenialer Partner von Dico erweist. Wahrlich eine himmlische Hymne!
“Der Rebel Song” ist für Dico-Verhältnisse ein fast überschwänglicher Ohrwurm. Im melancholischen “Two Funerals” changiert ihre Art des Vortrages zwischen der jungen Rickie Lee Jones und der reifen Joni Mitchell.
Und dann ist da schließlich der “River of what´s been” (Brillante Metapher!), einer der poetischsten Songs über das Loslassen und Abschied nehmen, die ich je gehört habe. Textlich wie musikalisch höchstes Niveau. Ganz sanft vorgetragen zu elektrisch verstärkter Akustikgitarre und mit wundervollem Streicherausklang. Wahrlich Filmmusik, die in der Lage ist, Bilder nicht nur zu transportieren, sondern selbst neue zu evozieren.
www.myspace.com/tinadico

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