Uni in Flammen: bundesweiter Bildungsstreik macht Druck
Rund 50.000 Schüler/innen und Student/innen haben heute gegen die Bildungsbedingungen in einem der reichsten Länder der Erde demonstriert. Von Mainz bis München, von Kaiserslautern bis Köln brachen frustrierte Lernwillige auf, um auf die schlechten Lern- und Studienchancen in Deutschland aufmerksam zu machen.
Der Protest richtet sich vor allem gegen die verschulten Studienbedingungen in den im Zuge des Bologna-Prozesses eingeführten Bachelor-Studiengängen. In deutlich verkürzten Studiengängen soll fast genau so viel Stoff aufgenommen werden. Dabei besteht für Studenten nahezu keine Möglichkeit mehr, ihr Studium selbst auszugestalten.
Während in den 70er Jahren das hohe Lied der Selbstbestimmung gesungen wurde und Studierende sich mit ihrer Studienplanung eher allein gelassen fühlten, sind die heutigen Studiengänge straff organisiert. Platz für neigungsbetontes Lernen bleibt da nicht mehr. Auch die Zeit, für notwendige Jobs, um das Geld für Studiengebühren aufzubringen, ist Mangelware.
So trägt die Politik den Druck der Wirtschaft schon in die Schulen und Universitäten. Das Angebot die Bafög-Sätze zu erhöhen, wie es die Bundesbildungsministerin Annette Schavan anlässlich des Bildungsstreiks machte, löst das Problem nicht sondern ist bestenfalls ein Trostpflaster.



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