Apokalypse Now: Roland Emmerich inszeniert das Weltende “2012″
In der immer beliebter werdenden Kategorie “Ich verkünde das Ende der Welt” scheint der Blockbuster-Regisseur Roland Emmerich den guten alten Nostradamus als Titelverteidiger der Endzeit-Weissagungen endgültig ablösen zu wollen.
Nach seinem tricktechnisch beeindruckenden Untergangs-Szenario “Independence Day” nimmt sich der in den Vereinigten Staaten lebende, deutschstämmige Leinwand-Visionär nun einer Prophezeiung der Maya an, die für 2012 das Vergehen der Welt voraussagten. Wie immer filmtechnisch betrachtet, auf brillante Weise.
Weil solche mysteriösen Legenden der globalen Sterblichkeit ein perfekter Stoff sind, um sich selbst auf Celluloid unsterblich zu machen, verewigt sich Emmerich mit seinem Streifen 2012 ein zweites Mal als Master of Desaster, was die Trickrevue angeht, nicht weniger faszinierend als mit besagtem Vorgänger.
Zu dumm, dass er dann mit John Cusack auch noch einen der fähigsten Hollywood-Darsteller gewinnen konnte, um dem in jeder Beziehung explosiven Spektakel etwas künstlerischen Glanz anzuhauchen, der zu überdecken versucht, dass Emmerich einer jener Filmschaffenden ist, der seine niederen Instinkte der kapitalistischen Gier unter dem Deckmantel der künstlerischen Wahrheit und Klarheit versteckt.
Man kann von derlei Kino halten, was man mag, denn spätestens seit “Titanic” ist der Untergang ja eine kollektive Herzensangelegenheit, aber mich dünkt, dass es tausendmal wichtiger ist Al Gores Doku “Eine unbequeme Wahrheit” gesehen zu haben als Emmerichs bequeme Unwahrheit einer Apokalypse, die zwar durchaus droht, aber keineswegs in dieser Profit berechnenden Art.
Ab 12. November ist das ultimative Katastrophen-Kino jedenfalls in den Cinemascope-Kathedralen der Republik zu begutachten. Mal abgesehen, von den sicher Atem beraubenden visuellen Reizen des Verfalls schwant dem Autor nichts Gutes.
Denn wie immer in solchen Fällen werden natürlich wir dummen Lemminge für alle Fehler bezahlen. Zuerst mal an der Kinokasse und direkt aufs Konto von Emmerich und seinen Produzenten.
Okay, dann nennt mich eben einen Miesmacher. Was das Ende der Welt angeht, auf jeden Fall! Denn dazu leben wir doch alle viel zu gern, oder?


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