Bücher, Kult, Musik - 12.10.09 - Tom

Legendenbilder – Andy Earls Fotodenkmal für Johnny Cash

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Wenn ein Buch offiziell ausgerechnet an einem Feiertag wie “Allerheiligen” erscheint, fordert das geradezu die Vermutung heraus, dass es sich dabei um etwas Überirdisches handeln muss. Und tatsächlich. Der großformatige Bildband “Johnny Cash” von Andy Earl ist ein Feiertag für jeden Fan der Country-Legende sowie für Liebhaber anspruchsvoller Porträtfotografie.

Die liebevolle Hommage des bekannten Musikfotografen Andy Earl erweist der Kultfigur Johnny Cash alle postume Ehre mit Bildern von hoher Intimität und Intensität, bei denen Earl und Cash ganz unter sich waren.

Entstanden sind die Bilder bei Fotosessions zu den legendären, als herausragende Musikerdokumente geltenden American Recordings unter der feinfühligen Federführung von Produzenten-Ass Rick Rubin.

Dieser hatte Cash in den 90er Jahren mit entschlacktem, aufs emotional Wesentliche, nämlich auf Cashs brüchig-raue Stimme und sein schmucklos-sachliches Gitarrenspiel reduzierten Sound zu einem der beachtlichsten und weltweit gefeierten Comebacks der Musikgeschichte geführt, das dem Sänger auch einige Grammys als späte Würdigung seines Werks einbrachte.

Earls Schwarz-Weiß-Blicke auf den Songpoeten sind so beeindruckend wie das musikalische Vermächtnis der Country-Ikone und zeichnen Johnny Cash in ihrem existenzialistischen Ausdruck gleichzeitig als kraftvolle und vom Leben gezeichnete, aber nie gebrochene Figur.

Johnny Cash Fotoband © Schwarzkopf & Schwarzkopf

Johnny Cash Fotoband © Schwarzkopf & Schwarzkopf

Mit seiner Kamera begleitete der britische Fotograf den amerikanischen Mythos bis in die letzten Tage seiner künstlerisch beeindruckenden Karriere hinein.

Die Höhen und Tiefen des außergewöhnlichen Musikerlebens sind in diesen kargen, düsteren, archaisch wirkenden Fotos, von denen einige die Cover und CD-Booklets der American Recordings zierten und eine Reihe anderer bisher unveröffentlicht sind, nachhaltig verewigt und setzen dem “Man in Black” ein menschlich würdevolles und somit höchst würdiges Andenken.

So ist es Andy Earl und seinem einfühlsamen, gelungenen Porträt zu wünschen, das es wie der Dargestellte selbst zum Klassiker wird.

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