Weltbürger Westernhagen funkt aus dem Big Apple: Williamsburg
Der alte Feuerzeuganzünder Westernhagen ist zurück, um seine Jünger mal wieder Feuer und Flamme für seine Musik werden zu lassen.
Nach der Best-of-Fan-Voting-Mischung “Wunschkonzert” meldet sich der Sänger mit neuen Songs unter dem internationalen Etikett “Williamsburg” auf dem Parkett der deutschsprachigen Rockgrößen zurück und schickt sich an, mit den anderen “alten Hasen” Lindenberg, Maffay und Grönemeyer mal wieder um die Gunst der Hörerschaft und die Vorherrschaft als beliebtester deutscher Rockstar zu konkurrieren.
Als Düsseldorfer Jong kommt man natürlich schon aus Heimatverbundenheit und Solidaritätsgründen nicht an Westernhagen vorbei, auch wenn Marius Müller ja längst in Hamburg zuhause ist. Schließlich bescherte er mir “Das erste Mal”, jenes Liedermacher-Album, von dem aus Westernhagen sich zum deutschen Rock and Roller erster Güte entwickelte, mal mit mehr Höhen mal mit weniger.
Das sicher als besseres Westernhagen-Album einzustufende Williamsburg erscheint am 23. Oktober und verdankt seinen Titel der Zusammenarbeit mit einer Riege höchst renommierter US-Musiker wie etwa Larry Campbell, der zuletzt Bob Dylan unterstützte und Andy Newmark, der sich bereits durch das Who´s who des musikalischen Kosmos trommelte und vor allem auch durch seine Rhythm Patterns bei Sly and the Family Stone Bekanntheit erlangte.
Westernhagen spielte das neue Album im New Yorker Stadtteil Williamsburg mit diesen Koryphäen ein und profitierte offensichtlich vom Können der Begleiter ebenso wie von der entspannten Atmosphäre. Die frischen Impulse und der Blick über den eigenen deutschen Tellerand hinaus scheinen dem 18. Werk von Marius jedenfalls gut zu bekommen und sind mehr als nur schillerndes Namedropping.
Die Energie der amerikanischen Band hat spürbare Auswirkungen auf die ausbalancierte Mischung aus Rock, Rhythm and Blues, Blues und atmet erstaunlich viel funkige und soulige Einflüsse. Kurzum: Ein weit reichendes Spektrum mit Mainstreamqualitäten, in dem genügend Platz für Ecken und Kanten ist.
Die Vorab-Single “Zu lang allein” ist jedenfalls eine klassische Westernhagen Rockhymne mit süffigem Refrain, Gitarrensolo und eben jenen Feuerzeuganzünder-Qualitäten, mit denen sich der mittlerweile 60jährige seinen zahlreichen Fans immer noch und immer wieder als geborene Rampensau präsentieren kann. Und mit Songs wie dem Funk-Feger “Schinderhannes” wird er endlich mal wieder richtig “Sexy”.
Westernhagens Frau Romney hat die Albumproduktion per Video begleitet und die amerikanische Rocklegende Bryan Adams, bekanntermaßen auch ein großartiger und anerkannter Fotograf, hat einige schöne Serien vom deutschen Rockkollegen geschossen. Beides ziert die limitierte “Deluxe Edition” in Form eines extra Video-Tracks und eines 40seitigen Hardcover-Buches, das als CD-Booklet fungiert.
Viele hochkarätige Gründe also, sich auf “Williamsburg” zu freuen.




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