Musik - 23.08.09 -

Halleluja – Seelenretter vertrauen erneut einem großartigem Prediger

Das Soulsavers-Album “It’s not how far you fall, it’s the way you land” war einer der ganz großen Pop-Würfe des Jahres 2007 und brachte nicht nur den beiden Soulsavers-Masterminds Ian Glover und Rich Machin reichlich positive Kritik, sondern mehrte vor allem auch zu Recht die Reputation des Gastsängers Mark Lanegan, der auf diesem Album eine höchst inspirierte Leistung ablieferte.

“Revival”, dieser großartige düstere Gospel ist einer der Songs für die Ewigkeit, dem Lanegan mit seinem Whisky-Organ höchste Weihen verlieh. Wahrlich eine der schönsten, intensivsten Hymnen der vergangenen Jahre. Auch die anderen Kompositionen profitierten von Lanegans Reibeisen, das diese ganz besondere Mischung aus Sentimentalität und Morbidität hat, das einem den Boden unter den Füßen wegzureißen vermag.

“Broken”, das neue Werk der Soulsavers macht genau da weiter, will sagen, es sollte zurecht erneut Lob von allen Seiten hageln. Und auch hier ist die Begeisterung für diese Platte ganz eng mit dem Namen Mark Lanegan verbunden, der auf 9 der 15 Titel mit seinem Organ den Unterschied zwischen Kreisklasse und Weltklasse macht. Was für eine faszinierende Außenseiter-Stimme.

Wieder ist es der frühere Screaming-Trees-Sänger, der diesem neuen Soulsavers-Album seinen stimmlichen Stempel aufdrückt und die Songs weit erhebt zu höheren Gnaden. Und auch dieses Mal gibt es ein Lied, das einen wie kein zweites anfasst, zu größter Empathie veranlasst und einen ehrwürdig verneigen lässt vor der emotionalen Wucht, mit der Lanegan Worte in Stein meißelt als seien es die Zehn Gebote.

“You will miss me when I burn” steht “Revival” in nichts nach und fordert jedem Musik-Gläubigen nur eines ab. Auf die Knie zu gehen und inständig um Vergebung zu bitten für alles, was man jemals auch nur annähernd falsch gemacht haben könnte und sich dankbar und demütig zu zeigen für jeden großen Song, den man je im Leben hören durfte.

Schon vorher gibt Lanegan in “Death bells” einem Elektro-Rock-Gospel und in “Unbalanced pieces” einer stoischen Heavy-Ballade nachhaltigen Charakter und in der Folge bleiben mehrere der Songs haften, auf denen Melancholy Mark sich ganz in den Dienst der Soulsavers stellt. So einen Seelenretter wie diesen begnadeten Rocksänger kann man jeder Band nur wünschen.

Fazit: Wer solche Gebete verfasst und dafür einen solch fabelhaften Prediger auf die Kanzel zu stellen vermag, muss sich um fanatische Jünger keine Gedanken machen.

Unbedingte Empfehlung für alle Melancholeriker.

Amen!

www.myspace.com/soulsavers



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