WWF fordert nachhaltige Wassernutzung anlässlich der Weltwasserwoche

Vom 16. bis 22. August 2009 treffen sich über 2.000 Expertinnen und Experten aus aller Welt zur Weltwasser-
woche in Stockholm. Diese zentrale internationale Fach- und Dialogforum des Wassersektors wird jährlich vom Stockholm International Water Institute (SIWI) veranstaltet.
Zum Start fordert die Umweltschutzorganisation WWF verstärkte, internationale Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise.
“Die Auswirkungen des Klimawandels, die zunehmende Verbauung durch Infrastruktur für Wasserkraft, Schifffahrt und Bewässerung und der steigende Bedarf an landwirtschaftlichen Gütern und Nahrungsmitteln, sind die größten Herausforderungen für eine nachhaltige und gerechte Wassernutzung”, sagt Martin Geiger, Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland. Aufgrund der menschenverursachten Erderwärmung schmelzen etwa die Gletscher im Himalaya rapide ab, was die Wasserversorgung von mehreren hundert Millionen Menschen in Bangladesh, China, Indien, Nepal und Pakistan bedroht.
Doch die Wasserkrise werde, so der WWF, vor Nationalstaatsgrenzen keinen Halt machen. Deshalb sei auch Deutschland direkt von den Auswirkungen betroffen. “In einer globalisierten Welt ist auch ein wasserreiches Land wie die Bundesrepublik in seinem Wasserbedarf nicht mehr unabhängig”, warnt Martin Geiger. “Wenn beispielsweise die Himalaya-Gletscher verschwinden und in Indien das Wasser knapp wird, ist unsere Versorgung mit Baumwolle betroffen.”
So kommt eine aktuelle WWF-Studie zu dem Ergebnis, dass die Bundesrepublik durch den Import von landwirtschaftlichen Güter jedes Jahr auf 2.181 Mrd. m³ Wasser aus indischen Ressourcen angewiesen ist. Neben Öl-Saat, Kaffee und Reis bezieht Deutschland einen bedeutenden Anteil seiner Baumwolle aus Indien, Pakistan und Bangladesh.
Angesichts der wachsenden, weltweiten Probleme sei es geradezu paradox, dass die UN-Konvention für ein nachhaltiges, verantwortungsvolles und vor allem grenzüberschreitendes Management von Trinkwasservorkommen noch immer auf Eis liegt.
“Die internationale Staatengemeinschaft hat es bisher nicht geschafft, dieses wichtige Abkommen zu ratifizieren und umzusetzen”, kritisiert Martin Geiger.
Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium betont aus deutscher Sicht die Bedeutung des Rechts auf Wasser für jeden Menschen:
“Wir dürfen nicht länger akzeptieren, dass fast 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und 42 Prozent der Menschen weltweit nicht einfach auf die Toilette gehen können, sondern in der Öffentlichkeit, versteckt zwischen Büschen oder in der Dunkelheit ihre Notdurft verrichten müssen. Das ist menschenunwürdig und stellt zudem eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar.”


Ein letzter Soft-Pop-Flügelschlag
Mädchenschwarm auf hoher See
TV-Tipp










