Umwelt - 04.07.09 -

Vattenfall muss erneut Störfall im Atomkraftwerk Krümmel melden

Kaum wieder am Netz, macht das Atomkraftwerk Krümmel schon wieder erste Probleme. Anwohner und Atomkraftgegner sind zu Recht besorgt. Wie sicher ist das 26 Jahre alte Kraftwerk an der Elbe?

Verantwortlich für den erneuten Störfall sind bereits seit zwei Jahren bekannte Probleme.

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Die Idylle trügt: Das AKW Krümmel musste wegen technischer Probleme schon wieder vom Netz

Die schleswig-holsteinische Atomaufsicht teilt mit, dass es im Atomkraftwerk Krümmel in Verbindung mit dem Ausfall eines Transformators Probleme bei der Steuerung der Speisewasserpumpen gegeben hat. Bereits 2007 gab es während des Trafobrandes im gleichen technischen Bereich des Reaktors eine ähnliche Panne. Auch damals musste der Reaktor abgeschaltet werden.

Vattenfall bekommt die Atomenergie nicht in den Griff”, sagt Mathias Edler, Atom-Experte von Greenpeace. “Zwei Jahre Dauerprüfung, Reparatur und Entwicklung von Gegenmaßnahmen und jetzt kurz nach dem Wiederanfahren des Reaktors das gleiche Problem: Vattenfall sollte keine hochriskanten Atomkraftwerke betreiben dürfen”.

Vattenfall hingegen meldet, dass die aktuelle Schadensursache nur ein offenbar schon vor einiger Zeit von Hand falsch geschaltetes Ventil sei. Ein technischer Defekt scheide aus, teilt der Konzern mit. Auch 2007 gab es einen Bedienfehler der Mannschaft, der die Situation während des damaligen Brandes verschärfte.

Nach einer zweiten Panne musste das Atomkraftwerk innerhalb weniger Tage erneut vom Netz genommen werden. Am Samstagmittag fand die Schnellabschaltung des Reaktors statt. In der Folge vielen fast alle Ampelanlagen in Hamburg aus.

Die Atombefürworter dürften über diese schlechte Presse im Wahljahr wenig beglückt sein. Schließlich gilt es doch, die Bürger zu überzeugen, dass Deutschland ohne Atomstrom energietechnisch nicht überlebensfähig sei. Jetzt geht es für die Atomindustrie um alles. Eigentlich soll nach dem Fahrplan des Atomausstieges im Jahr 2024 Neckarwestheim 2 als letzter Atommeiler in Deutschland vom Netz gehen.

Für einen raschen Atomausstieg sehen Atomkraftgegner mindestens 5700 gute Gründe. Die 5.700 als sogenannte “meldepflichtige Ereignisse” bezeichnete Unregelmäßigkeiten in Atomkraftwerken sind nach Greenpeace-Recherchen die Pannenbilanz aus 50 Jahren Atomkraft in Deutschland. Auslöser der Störungen im AKW-Betrieb waren unter anderem Kühlwasserleckagen und Löcher im Druckwasserbehälter, beschädigte Rohrleitungen und Ventile, totaler Stromausfall und Feuer sowie eine Wasserstoffexplosion nahe des Reaktordruckbehälters. Wenn das kein Grund zu “strahlen” ist!

Vom 3. bis 12. Juli 2009 findet eine bundesweite Aktionswoche gegen die Risiken der Atomenergie statt.



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