Musik - 05.08.08 - Tom

Robert Zimmermann wundert sich mit Element of Crime über die Liebe

Das Thema junger Mann liebt ältere Frau ist schon oft verfilmt und vertont worden. Am Eindrucksvollsten im legendären schwarzhumorigen Kultfilm “Harold and Maude,” der so bizarr wie liebevoll eine amour fou der besonderen Art erzählt und das große Geheimnis hinter wahrer, bedingungsloser Liebe.

Leander Haußmann schickt in seinem neuen romantischen Liebesfilm “Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe” Jungstar Tom Schilling und die wieder entdeckte, gereifte femme fatale Maruschka Detmers in die Irrungen und Wirrungen der Gefühle.

Fokussiert auf dieses Paar der anziehenden Gegensätze lässt der Erfolgs-Regisseur von “Sonnenallee”, “Herr Lehmann” und “NVA” ganz nebenbei die emotionalen Achterbahnfahrten der dem Protagonisten Robert Zimmermann nahe stehenden Personen ablaufen, über die sich eben jener wundert.

Ein illustrer, mal poetischer, mal heiterer, immer menschlicher Reigen von all den möglichen und unmöglichen Facetten der Herzensangelegenheiten, die das Leben Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt werden lassen. Ein liebenswerter, unterhaltsamer Film über ungelebte Sehnsüchte und gelebten Mut zum Augenblick, über geplatzte Träume und zweite Chancen, über Ängste, Hindernisse und Barrikaden und wie man sie überwindet. So realistisch wie verrückt, so jung wie erwachsen, so ehrlich und ernst wie vergnüglich, lebens- und vor allem liebesbejahend.

“Try to be Mensch” eines der ersten der vielen wundervollen Element of Crime Alben, wäre ein angemessener Untertitel für diesen schönen Streifen, der am 28. August Kino-Premiere feiert. Und zur großen Freude des Ohrtrommlers und aller weiteren ausgesprochenen Fans von Element of Crime, die schon lange auf ein Nachfolgealbum von “Mittelpunkt der Welt” warten, konnte Haußmann seinen Freund Sven Regener überreden, drei neue Band-Songs zum Film beizusteuern, die mehr als bloße Soundtrackfunktion, sondern dramaturgisch-szenische Bedeutung haben.

Neben dem englischsprachigen Titel “Death kills” sind es vor allem wieder die für Regener typischen unvergleichlichen Lyrics, die bei den beiden deutschen Liedern “Robert Zimmermann” und “Ein Hotdog unten am Hafen” den Ausnahmestatus dieser poetischsten Band der Republik dokumentieren. Das macht große Vorfreude auf ein nächstes Werk der Band, über das es aber bisher nichts weiter als Mutmaßungen gibt. So werden wir uns – sowohl der Langsam arbeitenden Musiker und auch der literarischen Karriere von Sven Regener wegen – noch gedulden, allerdings höchst viel versprechend mit dem Film-Liedgut trösten müssen.

Alles Wissenswerte zur Boje Buck Produktion inklusive Vorschau-Trailer und der drei EOC-Hörproben unter www.robert-zimmermann-derfilm.de

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