Kurz und gut – R.E.M. rocken beschleunigt
Mit der Empfehlung für das neue R.E.M.-Album “Accelerate” kann man es genauso kurz und bündig halten wie die Band selbst, die uns gerade mal knapp 35 Minuten ihrer Zeit schenkt. Die sind allerdings vollgepackt mit den zuckendsten Augenbewegungen seit langem, weil es die zupackendsten Songs seit langem sind. Mit anderen Worten: R.E.M. rocken wieder wie zu besten Zeiten und die lagen nach Ansicht von Hardcore-Fans weit vor ihren Megasellern Out of time und Automatic for the people.
Das neue Werk klingt eher nach den guten alten Green-Document-Lifes-Rich-Pageant-Taten, in die Jetzt-Zeit geschleudert. Hatte Michael Stipe zuletzt doch arg viel Kreide gefressen, spuckt er nun wieder mehr den Staub und Dreck der Straße aus. R.E.M. fühlen sich in einer Hinterhof- Garage von Athens wieder wohler als vor dem Kölner Dom. Buck hat seiner Gitarre endlich wieder ein paar rostige Saiten aufgezogen und behandelt sie wie einen räudigen Straßenköter. Mills kläfft und beißt dazwischen, dass es richtig Ecken und Kanten in die Lieder frisst.
Das alles wird von den Könnern kompakt im 2-3 Minuten-Tempo erledigt ohne unnötiges Nachglätten. “Accelerate” ist ein schöner heftiger One-Night-Stand ohne jedes Gefühl von Reue oder Treueschwüre. Es wird also auch nicht rumgesülzt und allein der Spaß des Augenblicks zählt. Und den haben Band und Hörer gleichermaßen.
Quick and Dirty im besten Wortsinne. Bitte nicht wieder entschleunigen!


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