Film - 26.03.08 -

Filmkritik Kirschblüten: Doris Dörrie erweckt den ewigen Gefühls-Frühling

Manchmal bedarf es keiner großen Worte, um das Wesentliche zu sagen: Elmar Wepper, ja Elmar Wepper!!! ist einfach grandios und zutiefst berührend und anrührend. Hannelore Elsner ist schlicht ganz groß. Nadja Uhl ist in einer Nebenrolle höchst lobenswert. Aya Irizuki ist in ihrer Nebenhauptrolle äußerst liebenswert. Und all diese schauspielerischen Meisterleistungen ergeben unter der Regie-Meisterleitung der großen Doris Dörie einen Film, der ebenso kurz und prägnant zusammengefasst werden kann: Wahrhaftig. Würdevoll. Wundervoll.

Kirschblüten – Hanami, der Trailer

Die nächste deutsche Oscar-Nominierung, daran darf kein Zweifel bestehen, gebührt “Kirschblüten.” Der nächste deutsche Oscar für Doris Dörrie? Hoffentlich. Niemanden würde ich diese höchste Ehrenbezeugung der Filmindustrie mehr gönnen als dieser lebensklugen, einfühlsamen, humorvollen Humanistin, die als Autorin wie als Regisseurin in Deutschland ihresgleichen sucht.

Doris Dörrie gelingt es binnen zwei Stunden, Herz ergreifend zu veranschaulichen, dass die so genannten einfachen Leben möglicherweise doch die komplexeren sind, weil das Emotionale dem Rationalen immer noch weit überlegen ist, weil das Feinfühlige zugleich auch das Feinsinnige ist, weil symbiotische Beziehungen viel bewundernswerter sind als die leichtfertig idiotischen, die in Wirklichkeit nichts anderes sind als wertlose Muster der Wegwerfgesellschaft.

121 Minuten, die das Leben, die Liebe, den Tod und die Würde des Menschen unantastbar machen in diesem Poem über das innere von Gefühlswelten und Lebenswirklichkeiten, die einen eigenen Kosmos beschreiben. Den der Nähe, der auch die größten inneren Entfernungen zu überwinden vermag und sei es das Dogma der Vergänglichkeit.

Kirschblüten” ist eine erhabene menschliche Metapher für unser kurzes prachtvolles Erblühen, für das ebenso schnelle Verglühen und für die Kraft nicht nur der geistigen Erinnerung, sondern auch für die emotionale Verinnerung. Dafür, dass es nie zu spät ist in diesem Leben, diesem einen Sinn und respektvolle Ehrerbietung zu geben.

Kirschblüten: Doris Dörrie erweckt den ewigen Gefühls-Frühling © Majestic

Doris Dörrie ist in diesem alles gelungen, was sie in “Bin ich schön” bereits sehr nachhaltig versprochen hatte. Sie ist und zeigt das Beste, was der deutsche Film zu geben hat.

Bitte bitte ansehen, das ist ganz großes, wahres, erwachsenes, reifes Kino!

www.kirschblueten-film.de



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