Murder By Death schießen wieder locker Songs aus der Hüfte
Mit ihren ersten drei Alben “Like the exorcist but more breakdancing,” Who will survive and what will be left of them?” und dem 2006 erschienenen “In bocca al lupo” legten sie ambitionierte Werke vor, die ihnen allesamt und zu Recht viel Lobpreisung von der im Urteil vereinten Musikfachjournallie einbrachten.
Murder By Death – Until Morale Improves
Jetzt werden die professionellen Kritikaster wohl ein viertes Mal in Folge anerkennen müssen, dass Murder by Death offensichtlich von Platte zu Platte ihr großes Potenzial ausschöpfen und das hohe Niveau halten können. Darauf lassen jedenfalls die ersten Hörproben aus dem für den 14. März angekündigten neuen Album “Red of tooth & claw” schließen.
“Coming home” kommt als ungezügelter Mustang daher geritten, der mit dem heldenhaften “Brother” vom letzten Album die Prärie unsicher macht. Und mit “Fuego” sitzt gleich ein weiterer Wildfang im Sattel.
Hört sich ganz so an, als könne man bei “Red of tooth & claw” in Anlehnung eines berühmten Westernklassikers auf die glorreichen 11 (Tracks) hoffen, die auf den Fährten von Johnny Cash und Willie Nelson durch das weite Land der Country-Heimat galoppieren, nur eben weniger gemächlich, sondern hauptsächlich im Rodeo-Tempo. Natürlich beherrschen die Jungs aber auch die Lagerfeuer-Klänge, bei denen dem hartgesottenen Kuhhirten die Tränen in die verstaubten Augen treten.
Auf “In bocca al lupo” war es die hinreißend sehnsuchtsvolle Ballade “Shiola,” die jeden eisenharten Macho zum bedauernswerten Weichei dahinschmelzen ließ angesichts des jammergroßen Liebeskummers. Bin mal gespannt, ob “Theme (for Ennio Morricone)” so eine Charles-Bronson- Mundharmonika-auf- Augenschlitzhöhe- Hymne im Cinemascope-Format ist. Die Widmung des Titels scheint darauf hin zu deuten. Was auch immer unsere legendensüchtigen Indianerherzen ersehnen, die Band aus Indiana mit dem morbiden Namen und dem Hang zu etwas ungewöhnlichen Albumtiteln wird uns Sofa-Shooter gewiss nicht enttäuschen. Da sind so verlässlich wie die andere große Western-Band Two Gallants, mit denen sie sich auf Augenhöhe mit den friedlichen Waffen großer Songpatronen im Colt duellieren.
Bleibt aufrichtig zu wünschen, dass die rauen Romantiker nach der Frühjahrstour durch die amerikanischen Bars auch den Weg in unsere deutschen Konzertsaloons finden, damit wir einsamen Wölfe kräftig mit um die Wette heulen können.
Seelenverwandtschaften: Two Gallants, 16 Horsepower, Woven Hand, Johnny Cash, Willie Nelson, Nick Cave, Tom Waits, Calexico, DeVotchKa
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www.murderbydeath.com



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