Fieber – Tagebuch eines Aussätzigen
Unter diesem Titel wurden 2001 die schwärzesten Texte und Gedichte Klaus Kinskis posthum veröffentlicht – eine Sensation.
Jetzt hat Nikolai Kinski “Fieber” beeindruckend intensiv eingelesen. “Es tut weh, diese Texte zu lesen, weil ihre Verzweiflung meine Existenz in Frage stellt”, beschreibt der Schauspieler im Interview mit dem Literaturmagazin Bücher seine Empfindungen. Denn seine Suizidfantasien hatte Klaus Kinski niedergeschrieben, bevor Nikolai geboren wurde.
Vater und Sohn standen übrigens einmal gemeinsam vor der Kamera – in Kinskis “Paganini”. Als Elfjähriger musste Nikolai die Trauer über den Filmtod des Vaters spielen. “Ich habe diese Trauer nicht nur gespielt, sondern richtig empfunden”, sagte er gegenüber BÜCHER. “Er hat selbst ganz fest dran geglaubt, dass er Paganini ist und so eine komplette Welt um uns herum aufgebaut. Danach war es schwierig, aus diesen Emotionen herauszukommen. Ich hatte große Angst, ihn zu
verlieren.”
Und so sehr Nikolai Kinski die ständigen Vergleiche auch nerven – dieses Projekt genießt er sehr: “Ich bekomme so die Möglichkeit, meinen Vater kennenzulernen, bevor er überhaupt mein Vater war – und jünger als ich selbst.”

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