Ich mochte den Himmel und der Himmel mochte sich
Peter Licht, das ist einer, der gern im Dunkeln bleibt, dabei aber verblüffend lange Schatten wirft. Sein Signet – in Vermeidung von Fotos seiner Person – ist eine schlanke Silhouette mit wie zum Gruß ausgestreckter Hand.
Und dann dieser Albumtitel: Lieder vom Ende des Kapitalismus. Ja geht denn das? Unser schönes Wirtschafts-Waren-Wunderland beschimpfen im Pop-Song? Pop kommt doch von Populär = finden alle prima. Soll das heißen, Kapitalismus-Kritik ist neuerdings hip?

PeterLicht formuliert es anders: “Die Gegenwart anbohren. Sehen was raustropft und daraus was machen, was schön ist.” Das hat erst mal nicht viel mit Kapitalismus, der Kritik daran oder mit dem möglichen Ende desselben zu tun. Das kommt durch die melodische Hintertür. “Vorbei, vorbei, jetzt isser endlich vorbei”. und “Was gibt†™s Neues vom Weltkrieg?”
Peter Lichts Sprachduktus, seine Art die Brutalitäten der wirklichen Welt zu marginalisieren und zur Knetmasse der eigenen Phantasie zu machen, erinnert mich gewaltig an die Lieder aus der Küche von Kling/Kurze. Peter Licht klingt zwar deutlich weniger betrunken, dafür aber auch mehrfach einsam. Und dann sein Vortrag, immer scharf an der Peinlichkeitsgrenze, mit abrupten Wechseln ins Geniale.
Sein ganz besonderes Sprach- und Stimmungs-Verständnis lässt sich in diesen Tagen auch wieder live erleben. Peter Licht präsentiert Lieder vom Ende des Kapitalismus zum Beispiel hier:
03.10.2007 Schauspielhaus, Hamburg
26.10.2007 Kammerspiele, München
31.10.2007 Deutsches Theater, Berlin
14.12.2007 Düsseldorfer Schauspielhaus
Hier der perfekte Vorgeschmack:
Das Album Lieder vom Ende des Kapitalismus ist 2006 bei Motor erschienen. Hier gibts die komplette Diskographie von Peter Licht.
Wir werden siegen! Buch vom Ende des Kapitalismus erschienen im Blumenbar Verlag


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