Musik - 24.09.07 -

Klangmagier Anouar Brahem – Die poetische Seele der Stille

Man kann diese wunderbare, faszinierende Musik nicht beschreiben, man kann sich ihr nur anvertrauen und hingeben und sich von ihr verführen und berühren lassen. Bestenfalls kann an sich dem Werk des Tunesiers Anour Brahem in behutsamen, wohl gewählten Worten annähern, die das Wert schätzende und Würdigende enthalten, dass einem auch seine Musik zuteil werden lässt.

Anouar Brahem © Artist
Anour Brahem spielt nicht einfach Oud, er entlockt dieser eigenartigen, eigenwilligen arabischen Laute tatsächlich betörende Laute, von denen man denken könnte, dass sie dem Instrument ihren geheimnisvollen Namen gegeben haben. Alles lebt und schwebt gleichsam in den Harmonien, die tatsächlich äußerste Harmonie herzustellen vermögen. Einatmen – Ausatmen.

In sanften Bögen und Schleifen umschmeicheln die Tonfolgen die Gehörgänge, weben sich ein in den unmittelbarsten unserer Sinne und spinnen von dort aus das Netz durch unser gesamtes sensitives Nervensystem und bringen die Härchen auf der Haut zum Schwingen. Diese Arabesken wehen wie leichte Schleier, die nur von einem Windhauch bewegt werden, um das Wesen Mensch – Umgarnungen. Selbst größte Fremdheit wächst zu Vertrautheit.

Denn ob sich Piano, Klarinette oder Saxophon, Akkordeon, Violine oder andere Percussion-Instrumente zu Brahems Oud gesellen, seine Kompositionen überschreiten Grenzen, vereinen Welten, Weltanschauungen sogar und sind von einer Frieden stiftenden meditativen Kraft und Schönheit, dass die Welt eigentlich besser werden müsste durch jeden, der diese Musik in sich aufnimmt und sie annimmt als Zeichen seines Ursprungs. Wesentlich.

Es ist als würde man dem feinen Sand der Lebenszeit dabei zuhören, wie Sie durch die gläserne Sanduhr der Ewigkeit rieselt. Wer wissen will, wie die Stille tief im Inneren des Herzens klingt, ziehe sich mit Anour Brahem und Kopfhörern zurück und lasse sich ein auf diese Melodien, bis man den Zauber dieses Musikers in der eigenen Seele als Echo widerhallen hört. Unwiderstehlich. Im besten Sinne religiös.

Aus der Schatzkiste: Le Voyage de Sahar, Le Pas du Chat Noir, Astrakan Cafe, Thimar, Barzakh, Conte de l´Incroyable Amour, Khomsa

Seelenverwandtschaften: Ali Farka Touré, Jan Garbarek, Eleni Karaindrou

Anouar Brahems offizielle Homepage (englisch)



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